Hautunreinheiten und mehr mit einem Fingerwisch entfernen geht in der Realität leider nicht. Mit TouchRetouch, einer eher unbekannten Retusche App funktioniert dies auf Fotos hingegen ohne Weiteres und das sogar überraschend gut. Professionelle Beautyretusche mag damit zwar nicht möglich sein, störende Elemente entfernen und kleinere Makel verschwinden zu lassen beherrscht das Programm aber recht überzeugend.

Die Technik, die hinter der Bearbeitung steht, ist ähnlich zu der, die von Adobe Photoshop genutzt wird. Durch Übermalen eines Bildelementes mit einer transparenten Farbe wird ein Bereich maskiert, der dann anhand der umgebenden Bildinformationen, Farb- und Lichtwerte miteinander verrechnet wird, um die jeweilige Irritation verschwinden zu lassen. In den meisten Fällen klappt das Retuschieren überraschend sauber und nur professionelle Grafiker und jene, mit einem etwas geübten Blick, werden Macken, verwischte Bereiche und die nicht ganz perfekte Verblendung erkennen können. Einzig bei sehr unruhigen Bildelementen und starken Farb- oder Belichtungsschwankungen kommt die App schlussendlich an ihre Grenzen und es entstehen sehr deutliche Kanten, Flecken und Artefakte, die nicht ohne weiteres zu entfernen sind. Wichtig für eine optimale Retusche ist die genaue Auswahl, die man mit einem Pinsel durch Übermalen aufträgt. Dennoch darf man keine Wunder erwarten und hoffen, dass jegliche Elemente ohne Rückstände entfernbar seien. Für komplexe Dinge fehlt es der Hardware bedingt an Leistung. Bei der Bildgröße wird man erfreulicherweise nicht beschränkt: Bei sehr großen Bildern kommt es zwar schnell zu Abstürzen, für kleine bis durchschnittliche Bildgrößen reicht es aber allemal. Leider hatten einige unserer Testbilder einen leichten Grünstich. Wer Bilder aussehen lassen möchte als wären sie aus Hochglanzmagazinen, kommt um Profi Software nicht herum. Für niedrigere Ansprüche oder als portable Notlösung ist TouchRetouch jedoch eine durchaus brauchbare App, die durch den niedrigen Preis besonders für Hobbyanwender reizvoll sein könnte, mit Photoshop aber selbstredend nicht konkurrieren kann.
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